PALAIS: Konzertreihe »Offenes Palais«
Di 06.02.2018 | nachmittags um 14:30 Uhr und abends um 19:30 Uhr

Konzerte und Theater

Arabische Musik im Damaskuszimmer 

Obeid Alyousef - Oud (arabische Laute)
Maemon Rahul - Kanun (orientalische Zither)und Perkussion
Thomas Friedlaender - arabische Perkussion

Das Dresdner Damaskuszimmer
Kunstbetrachtung mit Dr. Anke Scharrahs, Restauratorin

Seit Jahrhunderten ziehen orientalische Luxus- und Gebrauchsgüter wie Teppiche, Fliesen, Brokatstickereien, prunkvolle Waffen oder perlmuttbesetzte Holztruhen das Interesse europäischer Käufer und Sammler auf sich. 1898 reiste der Sammler und Kunstmäzen Karl Ernst Osthaus in den Orient, um Ausstellungsobjekte für sein geplantes Privatmuseum in Hagen/Westfalen zu erwerben. In seinem Reisetagebuch vermerkte er, dass er in Damaskus einige private Wohnhäuser mit dem Ziel besuchte, ein "arabisches Zimmer" für seine Sammlung zu kaufen. Während seines Aufenthalts waren seine Ankaufsbemühungen nicht von Erfolg gekrönt. Deshalb nahm sich der deutsche Konsul in Damaskus, Ernst Lütticke, gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Bishara Asfar Osthaus' Ansinnen an. Wie Briefwechsel zwischen Osthaus und Lütticke sowie die Rechnung vom 22. März 1899 belegen, wurde das Damaszener Zimmer 1899 nach Deutschland geschickt.

Osthaus hatte anscheinend die Dimensionen des Zimmers (5,40 m Raumhöhe) unterschätzt und fand keinen geeigneten Ausstellungsort in seinem Museumsneubau. Deshalb wurde das Damaszener Zimmer nicht aufgebaut, sondern eingelagert und geriet offenbar in Vergessenheit. Nach dem Tode Osthaus' 1921 entdeckte man die Vertäfelung wieder. Einem der Erben, dem Kunsthistoriker Hellmuth A. Fritzsche, ist es zu verdanken, dass das Damaskus-Zimmer 1930 als Schenkung an das Museum für Völkerkunde in Dresden kam. Aber auch dort kam es nicht zum Wiederaufbau, obwohl in den 1930er Jahren ein ausgewiesener Experte für orientalische Wohnhausarchitektur, der in Dresden als Professor tätige Architekt Oskar Reuther, in die Arbeiten einbezogen war. Während des Zweiten Weltkrieges waren die Einzelteile des Zimmers in der Festung Königstein ausgelagert. 1958 zog das Damaskuszimmer dann gemeinsam mit den anderen Objekten des Museums in das Japanische Palais in Dresden ein, das seither die Heimstatt des Museums für Völkerkunde ist.

Im Frühjahr 1997 wurden die Einzelteile des Damaskuszimmers nach fast einhundertjährigem Dornröschenschlaf aus dem Depot geholt und von der damaligen Museumsdirektorin Annegret Nippa ein Projekt zur Restaurierung und Wiederaufstellung des Zimmers initiiert. Die Präsentation der etwa 110 Einzelteile war auch für die Fachwelt eine Sensation, da es eines der wenigen erhaltenen Beispiele syrischer Interieurs ist, die in Museen weltweit ausgestellt sind. Aber auch in den Städten des Nahen Ostens sind derartige Vertäfelungen kaum noch in gutem Erhaltungszustand zu finden. Häufig wurden sie übermalt, verändert oder gänzlich entfernt und durch andere Dekorationen ersetzt. Ganze Stadtviertel mit historischen Wohnhäusern wurden bei kriegerischen Auseinandersetzungen zerstört oder fielen Modernisierungen der historischen Altstädte zum Opfer. Umso höher ist der Wert des Dresdner Damaskuszimmers, das fast vollständig und mit seiner Originalfassung erhalten ist, zu bewerten.

---------------------------------------------------------

Das Nachmittagskonzert beginnt um 14:30 Uhr, das Abendkonzert um 19:30 Uhr.
Karten: 14,50 € | 12,50 € ermäßigt | 5,- € für Arbeitslose, Studenten und Schüler
Vorbestellungen: Buchhandlung "Lesezeichen" | Prießnitzstraße 56, 01099 Dresden | Telefon: 0351-8033914

Veranstaltungsdetails

Termin Di 06.02.2018 | nachmittags um 14:30 Uhr und abends um 19:30 Uhr
Preise Karten an der Tageskasse für 14,50 € / 12,50 € ermäßigt / 5 € Studenten, Schüler, Arbeitslose (nur Barzahlung, 1 Stunde vor Veranstaltungsbeginn) unter Vorbehalt | Preisaufschlag bei Adventskonzerten.
Für Kinder geeignet Ab 14 Jahren

Anreise & Anfahrtsskizze

Informationen zur Ankunft:

PKW

  • alle Autobahn-Abfahrten Richtung Zentrum Dresden
  • Wegweisern »Zoo« oder »Gläserne Manufaktur« folgen
  • Parken auf den umliegenden Straßen möglich oder am Georg-Arnhold-Bad
  • Einfahrt in den Großen Garten verboten

Zug und Bahn

  • vom Hauptbahnhof weiter mit den Linien 9, 10 oder 11

ÖPNV

  • Straßenbahnlinien 1, 2, 4, 9, 10, 11, 12, 13
  • Buslinien 61, 63, 75, 85
  • Haltestellen Straßburger Platz, Comeniusplatz, Großer Garten (Hygienemuseum), Lennéplatz, Querallee, Tiergartenstraße
  • Interaktive und verkehrsmittelübergreifende Anfahrtplanung und weitere Hilfen finden Sie bei Greenmobility

Veranstaltungsort

Großer Garten Dresden & Dresdner Parkeisenbahn

Dresdner Parkeisenbahn
Telefon +49 351 4456-795
E-Mail parkeisenbahn@schloesserland-sachsen.de

Geschäftsstelle Großer Garten
E-Mail grosser.garten@schloesserland-sachsen.de

Postadresse: Kavaliershaus C, Hauptallee 10 | 01219 Dresden


Schlösserland Sachsen

Veranstaltungen im Schlösserland Sachsen - Schloss und Park Pillnitz

noch mehr Veranstaltungen